Ukraine-Krieg im Newsblog | Russische Botschaft kritisiert deutsche Waffenlieferung


Tag 317 seit Kriegsbeginn: Die Ukraine lehnt das Moskauer Angebot einer Waffenruhe ab. Bis März will Deutschland alle “Marder” liefern. Alle Infos im Newsblog.

Das Wichtigste im Überblick

Russische Botschaft kritisiert geplante deutsche Panzerlieferung scharf

18.41 Uhr: Russland hat der Bundesregierung eine gefährliche Eskalation des Konflikts in der Ukraine vorgeworfen: Mit der geplanten Lieferung von Schützenpanzern und einem Patriot-Luftabwehrsystem an die Ukraine sei eine “moralische Grenze” überschritten, “die die Bundesregierung nicht hätte überschreiten sollen”, hieß es in einer am Freitag veröffentlichten Erklärung der russischen Botschaft in Berlin. Russland betrachte die Waffenlieferungen “als einen weiteren Schritt hin zur Konflikteskalation in der Ukraine”.Die Bundesregierung hatte am Donnerstag nach langem Zögern bekanntgegeben, nun doch Marder-Schützenpanzer und ein Patriot-Flugabwehrsystem an Kiew zu liefern. Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) erklärte am Freitag, die geplanten Panzerlieferungen aus Deutschland, Frankreich und den USA “werden die Durchsetzungsfähigkeit der ukrainischen Streitkräfte spürbar verstärken”.

Telefonat: Selenskyj dankt Scholz für Schützenpanzer

17.36 Uhr: Nach der angekündigten Lieferung neuer Waffensysteme für sein Land hat sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in einem Telefonat persönlich bei Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) bedankt. “Ich habe für das mächtige Verteidigungspaket gedankt, einschließlich von Dutzenden Marder-Schützenpanzern und das Patriot-System”, wurde der Präsident am Freitag in einer Mitteilung seines Büros in Kiew zitiert. Es sei auch über weitere Kooperation zur “Stärkung der ukrainischen Armee” gesprochen worden.Zuvor hatten Deutschland, die USA und Frankreich der Ukraine für die Abwehr der seit Februar vergangenen Jahres laufenden russischen Invasion die Lieferung von Späh- und Schützenpanzern in Aussicht gestellt. Das Patriot-Flugabwehrsystem soll vor allem der Raketenabwehr dienen. Die ukrainische Armee ist in ihrem Abwehrkampf beinahe komplett von westlicher finanzieller und militärische Unterstützung abhängig. Russland hatte die Ankündigung als weiteren Eskalationsschritt kritisiert.Das Verteidigungsministerium bereitet derweil eine Lieferung aus Beständen der Bundeswehr vor. Eine entsprechende Prüfung lief nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Freitag im Wehrressort aber noch. Untersucht wurde dabei auch, wie das Ziel einer schnellen Überlassung von 40 der Schützenpanzer erreicht werden kann. Die Bundeswehr verfügt insgesamt über etwa 370 Marder, von denen viele vor einem Einsatz auch überholt werden müssen. Etwa die Hälfte gilt aktuell als einsatzbereit. Zudem sind Marder für die Nato-Verpflichtung in der Schnellen Eingreiftruppe (VJTF) gebunden, nachdem der Einsatz des moderneren Puma auf Eis gelegt worden war.

Feuerpause? Ukraine meldet russischen Beschuss

13.38 Uhr: In den ostukrainischen Städten Kramatorsk und Bachmut hat es am Freitag trotz der einseitig von Russlands Präsident Wladimir Putin angeordneten Waffenruhe nach jüngsten Angaben Gefechte gegeben. Die russischen Streitkräfte hätten Kramatorsk nach dem angekündigten Beginn der Feuerpause mit Raketen angegriffen, erklärte der stellvertretende Leiter des ukrainischen Präsidialbüros, Kyrylo Tymoschenko, im Onlinedienst Telegram.Russische Angriffe hätte es auch in der Stadt Cherson gegeben, schreibt der ukrainische Regierungsberater Mychajlo Podoljak auf Twitter. Demnach habe Russland eine Feuerwache angegriffen. Podolyak verurteilte den Angriff und warnte davor, Russlands Worten nicht zu vertrauen.Das russische Verteidigungsministerium hingegen erklärte, die Armee des Landes halte den Waffenstillstand ein. “Obwohl russische Streitkräfte den Waffenstillstand (…) einhielten, setzte das Kiewer Regime den Artilleriebeschuss auf Bevölkerungszentren und russische Armeestellungen fort”, erklärte das Ministerium in den Onlinenetzwerken.In der zuletzt schwer umkämpften Stadt Bachmut hörten AFP-Reporter Gefechtsfeuer sowohl von russischer als auch von ukrainischer Seite. Es handelte sich aber um leichteren Beschuss als in den Tagen und Wochen zuvor in Bachmut. Die zu großen Teilen zerstörten Straßen der Stadt waren abgesehen von Militärfahrzeugen weitgehend leer. Die russischen Streitkräfte versuchen seit dem Sommer, die Stadt einzunehmen. Hier lesen Sie mehr zu der Bachmut-“Besessenheit” der russischen Kämpfer.

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