Verbraucherzentrale-Chefin: “Das sind schmutzige Tricks”


Angesichts der drastischen Preissteigerungen für Verbraucher wirken die Meldungen über Milliardengewinne nur noch zynisch. Die Bundesregierung muss die richtigen Instrumente finden, damit auch Unternehmen ihren Beitrag zur Bewältigung der Krise leisten. Für uns als Verbraucherschützer ist entscheidend, dass die Umlage nicht zur Finanzierung von Gewinnen oder Bonuszahlungen verwendet wird.Was können die Menschen im Alltag tun, um Energie zu sparen?Ganz konkret: Man kann Spar-Duschköpfe kaufen, die den Wasserdurchlauf um die Hälfte verringern. Ansonsten sollte man prüfen, welche Elektrogeräte man runterregeln kann. Der Kühlschrank kühlt meist schon auf Stufe 1 gut. Es muss nicht kälter als 7 Grad werden. Und zur Vorbereitung für den Winter ist es gut, alle Türen und Fenster abzudichten und hinter den Heizungen wärmeabstrahlende Folie zu installieren, die die Wärme in den Raum zurückwirft.Viele Menschen schaffen sich jetzt Heizlüfter an. Ist das sinnvoll?Leider nein. Denn was viele nicht wissen: Der Strompreis ist an den Gaspreis gekoppelt, und Heizlüfter verbrauchen sehr viel Strom. Wenn man in jedem Raum einen Lüfter installiert, wird es richtig teuer. Und wenn dann alle zur selben Zeit die Heizlüfter anwerfen, könnte eine Überlastung der Stromnetze drohen.Hohe Nachfrage: Die Angst vor Gas-Engpässen im Winter sorgt mitten im Sommer für einen Boom bei Heizlüftern. (Quelle: Felix Hörhager/dpa-bilder)Wie verhalten sich die Energieunternehmen derzeit?Wir beobachten derzeit, dass einige Versorgungsunternehmen Preiserhöhungen so in ihren Briefen verstecken, dass man sie leicht überlesen kann. Teilweise werden kurz hintereinander die Preise erhöht, sodass die Verbraucher den Überblick verlieren – aus unserer Sicht eine Salami-Taktik. Es wird auch nicht immer transparent aufgeschlüsselt, wie der Preis zustande kommt. Das sind schmutzige Tricks. Ich kann Betroffenen nur raten, sich bei den Verbraucherzentralen zu melden. Das hilft uns, konsequent mit Abmahnungen gegen solche schwarzen Schafe auf dem Energiemarkt vorzugehen.Mit den ersten hohen Rechnungen wird es auch die ersten geben, die sie nicht zahlen können. Sie pochen wie Sozialverbände auf ein Moratorium für Stromsperren, niemandem solle der Strom abgeschaltet werden. Bisher denkt man in der Bundesregierung darüber noch nach. Das Moratorium für Strom-, Gas- und Fernwärmesperren, aber auch für Wohnungskündigungen muss kommen – und zwar in den nächsten Wochen. Es macht keinen Sinn, es nach dem Winter einzuführen. Niemand sollte frieren und im Dunkeln sitzen müssen, weil er die Abschläge nicht mehr bezahlen kann.Loading…Loading…Loading…

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